· 

Blog: Upcycling Eichenfass

Die heissesten Tage sind vorüber, man kommt von den Wanderferien, vom Strand oder einem schönen Bergsee nach Hause und möchte die letzten warmen Sommerabende mit seinen Freunden geniessen. Umso besser man hat ein cooles Eichenfass welcher als Bartisch fungieren kann und alle nötigen Accessoires für einen gemütlichen Feierabend beinhaltet.

Dies ist unser nächstes Projekt und schon mal vorweg; hier ist Handwerkliches Geschick und Improvisationswille gefragt.

Wir freuen uns auf einen goldenen stimmungsvollen Herbst.


Materialliste

-        Eichenfass

-        4 Stück Holzleiste 18 x 40mm x 1m

-        Magnetschnäpper

-        Scharnier

-        Schrauben 3.5 x20 cm

-        Schrauben 4.5 x20 cm (für das Scharnier)

-        Schrauben 3.5 x30 cm (für den Rost)

-        Gartenmöbel öl (farblos)

-        Lasurpinsel

-        Bauplane

-        Holz Schleifpapier 120

-        Meter, Bleistift und Fineliner wasserfest

 

Maschinen

-        Stichsäge mit Sägeblättern

-        Metallsäge

-        Metallraspel

-        Schraubzwinge

-        Akkuschrauber mit passenden Bits

-        Gummihammer

Sicherheit

-        Gehörschutz Peltor

-        Arbeitshandschuhe

-        Latex Handschuhe


Wir haben uns für eine Eintürige Version mit einem Ablage Tablar entschieden. Das Eichenfass ist neu, dies ist zu empfehlen, wenn man Kissen und Decken darin versorgen will. Gebrauchte Fässer riechen sehr stark nach Wein, Whiskey oder was auch immer darin gelagert hat. Wenn nur Getränke darin versorgt werden, geht natürlich auch ein Gebrauchtes sehr gut.

Schritt 1 – Türgrösse bestimmen

Die Türe möchten wir genügend gross machen um alles gut verstauen zu können. Das Fass hat zwei mittlere Ringe, und je zwei Ringe unten und oben. Damit das Fass genügend stabil bleibt machen wir die Türe nur über die zwei mittleren Ringe.

Unsere Tür geht über fünf Lamellen. Die äusserste Lamelle ist die mit dem Korken, welchen wir als Türgriff benutzen wollen. Vom oberen mittleren Ring messen wir 6cm nach oben und zeichnen dies an. Vom unteren mittleren Ring messen wir ebenfalls 6cm nach unten und zeichnen das auch ein. Dies zeichnen wir bei allen fünf Lamellen ein. So hoch wird bei uns nun die Tür.

Die Striche verbinden wir nun zu einer Linie, unten und oben.

An jedem Eckpunkt bohren wir mit einem 8mm Holzbohrer ein Loch. Diese werden später benötigt um die Stichsäge einzufahren.


Schritt 2 – Ringe kürzen, bohren und Befestigen

Bevor wir die Türe ausschneiden und uns alles auseinanderfällt, müssen wir die mittleren Ringe an die Tür befestigen. Doch eines nach dem anderen. Zuerst zeichnen wir an den beiden Ringen an, wo wir sie auftrennen müssen. Dies ist an der ersten Lamelle ganz links und an der fünften Lamelle rechts. Die mittleren Ringe sind mit je zwei Schrauben am Fass gesichert. Die Schrauben drehen wir raus und legen sie beiseite. Die Ringe können nun vom Fass (natürlich gegen jeweils das dünnere Ende) entfernt werden. Wenn es nicht gut geht, kann der Gummihammer zur Hilfe genommen werden. Alle anderen Ringe unbedingt am Fass lassen.

An den eingezeichneten Linien schneiden wir die Ringe mit der Metallsäge durch. Die scharfen Schneidkanten schleifen wir bis sie stumpf sind mit der Metallfeile.

In der Mitte jeder Lamelle zeichnen wir nun auf den zwei kurzen, ausgeschnittenen Teilen der Ringe einen Punkt an. Mit einem 4mm Metallbohrer bohren wir bei jedem Punkt ein Loch.

Bei den grossen Teilen der Ringe genügt es bei jeder zweiten Lamelle ein Loch einzuzeichnen. Zusätzlich noch bei den Lamellen an den Schnittkanten. Wenn alle Löcher gebohrt sind, geht es ans Befestigen.

An den jeweiligen Türkanten die Teile ausrichten und durch jedes gebohrte Loch eine Schraube 3.5x20 einschrauben. Wenn alles fixiert ist geht’s zum nächsten Schritt.


Schritt 3 – Türe Ausschneiden

Mit einer Stichsäge und einem passenden Schneideblatt schneiden wir nun die Türen aus.

Das Schneidblatt stecken wir in das gebohrte Loch und schneiden entlang der eingezeichneten Linie. Auf der anderen Seite wiederholen wir das und schon kann die Türe aus dem Fass genommen werden.

Nun wird sich die Tür die abgesägten Lamellen und auch der Rest des Fasses in der Form leicht ändern, da der normale Druck der durch die Fassgeometrie gegeben ist nicht mehr vorhanden ist.

Es ist kaum zu erreichen, dass die Biegung der Tür mit den restlichen Lamellen übereinstimmt, mit etwas Überstand muss man leben können.

Auch so ist es nun viel Arbeit, bis die Tür wieder schön in das vorhandene Loch geht. Mit der Holzraspel können die Kanten passend geschliffen werden. Das Brett mit dem Korken haben wir vom Ring gelöst und mit der Stichsäge über einen Zentimeter Material abgeschnitten. Danach hat es endlich gepasst. Übrigens die Ringe dürfen nach dem Holzkürzen auch überstehen, dass stört nachher praktisch nicht.

Für geübte Handwerker: Man kann auf der Innenseite der Türe Metalllochbänder anbringen. Wenn die Schrauben auf Zug montiert werden, kommt die Türe wieder in die richtige Krümmung.


Schritt 4 – Scharnier anbringen

Es gibt natürlich keine in Fassform gebogenen Scharniere. Daher müssen wir die lange Seite etwas biegen. Mit der Zwinge spannen wir die lange Seite des Scharniers auf ein Stück Holz an den Tisch. Dort wo die erste Biegung sein soll ist die Holzkante. Mit dem Gummihammer hämmern wir nun drauf bis eine leichte Biegung entstanden ist. Das Scharnier auf die Tür halten um die Biegung zu überprüfen und etwas weiter vorstehend wieder einspannen. Nun sollte ein biegen per Hand möglich sein. Dies wiederholen wir, bis die passende Biegung des ganzen Scharniers erreicht ist.

Wir messen auf der Tür nun die Position des Scharniers ein (Mitte). Die Scharnier Achse soll nun genau auf der Türkante zu liegen kommen und schrauben das Scharnier an der auf Tür fest.

Die Tür in das vorhandene Loch im Fass stecken, geht am besten zu zweit und das Scharnier am Fass festschrauben.

Wenn man alles richtig gemacht hat sollte man problemlos die Tür öffnen und schliessen können.


Schritt 5 – Türmagnet anbringen

Der Türmagnet soll dafür sorgen, dass die Tür geschlossen bleibt.

Wir schneiden ein Stück Holz, von welchem wir nachher für den Rost brauchen, leicht länger als der Magnetschnäpper ab. An der Kante des Holzesklotzes schrauben wir den Magnetschnäpper fest. Wir bohren mit einem 3mm Bohrer auf der breiten Seite des Holzes zwei Löcher vor und schrauben alles zusammen, die Magnetfläche vorstehend, an der Innenseite des Fasses an. Das Metallplättchen schrauben wir an die richtige Position an die Tür (sollte genau auf die Magnetfläche passen).

Der Magnetschnäpper hat Längslöcher damit die Position richtig eingestellt werden kann. Richtig heisst, die Tür muss komplett geschlossen und vom Magneten in dieser Position gehalten werden können.


Schritt 6 – Den Rost einbauen

Wir bauen den Rost etwa in der Mitte ein, dies hat den Vorteil, dass das Holz an den Seiten klemmt und daher dort nicht festgeschraubt werden muss.

Ein Holz nach dem anderen einmessen, von Vorteil etwas zu lang. Das Stück abschneiden, Schritt für Schritt kürzen und die Rundungen machen. Dies bis sie passen. Nun verbinden wir die Lamellen mit zwei Querleisten. Die Querleisten passend einmessen und gerade kürzen.

Das ganze Fass stellen wir zur Montage auf den Kopf. Jemand hält die Lamellen in Position während der/die andere Person die Querleisten hineinlegt und die Position der Schrauben markiert. An den markierten Stellen die Querleisten nun vorbohren (3mm Holzbohrer) und dann auf die Lamellen festschrauben.

Das ganze Fass wieder drehen und wenn genau gearbeitet wurde sollte der Rost bestens passen. Mit ein paar Gummihammer Schlägen kann er noch etwa mehr verkeilt werden.


Schritt 7 – Ölen und fertig

Damit dass Fass auch mal Nass werden kann möchten wir es noch Ölen.

Mit einem Lasurpinsel tragen wir das Öl gleichmässig auf das Fass auf.

Um den Boden zu schützen legen wir eine Plane drunter, für deine Hände sind Latex Handschuhe zu empfehlen. Das Öl auf den Metallteilen entfernen wir mit Haushaltspapier. Der Innere Teil des Fasses und den Rost behandeln wir nicht.

Wie viele Schichten aufzutragen und wie lange die Trocknungszeit ist, entnimmt man dem Produktebeschrieb.

Unser Fass ist trocken und bereit für gemütliche goldene Herbsttage auf unserer Terrasse.
Das Laub nimmt langsam Herbstfarben an und der Wind frischt auf. Eingewickelt in eine kuschelige Decke lässt sich der Abend wunderbar draussen geniessen.


KONTAKT: 

TELEFON: 079 519 45 44 WERKTAGS AB 17:00

E-MAIL: andreas@buitig.ch

ADRESSE: GASSER BUITIG, PILATUSSTRASSE 10, 6060 SARNEN